Basisinfos Brennereianlagen

1) Funktionsprinzip, Beheizung, Rührwerk, Reinigung/Spülung, Beleuchtung

Destillationsanlagen funktionieren nach dem Prinzip der thermischen Trenntechnik – man versucht Substanzen nach dem Siedepunkt zu trennen. In der Brennerei will man nun in fast allen Fällen den bei der alkoholischen Gärung entstandenen Alkohol abtrennen und konzentrieren. Dabei macht man sich die Eigenschaft zu Nutze, dass sich beim Sieden einer vergorenen Flüssigkeit (Maische) der Alkohol im Dampf anreichert. Verdampft man z.B. eine Maische mit 5% vol Alkohol, erhält man einen Dampf mit über 35% Alkohol (Verstärkung V=7). Kondensiert man diesen, erhält man nun eine Flüssigkeit mit derselben Alkoholkonzentration. Dieses Prinzip wird mit einfachen Destillationsanlagen, bestehend aus Brennblase und Helm realisiert. Hier muss mindestens 2 Mal destilliert werden, um ein sauberes und höher alkoholisches Produkt zu bekommen.

Um dies in einem Arbeitsgang zu erreichen, steht eine Verstärkerkolonne mit Destillierböden und einem Dephlegmator zur Verfügung. Auf jedem Destillierboden findet ein zusätzlicher Siedevorgang mit dem bereits erläuterten Effekt der Alkoholanreicherung statt. Allerdings nimmt die Verstärkung, der Grad der Alkoholanreicherung, von Boden zu Boden ab.

Am Kopf der Verstärkerkolonne sitzt der Dephlegmator, der den die Kolonne verlassenden Dampf nochmals kondensiert. Hierbei wird nun die höher siedende Komponente Wasser aus dem Gemisch auskondensiert und dadurch eine weitere Alkoholanreicherung erreicht.

Der alkoholhaltige Dampf wird nachfolgend im Kühler kondensiert.

Die Beheizung der Anlagen ist indirekt über ein Wasserbad, welches mit Holz, Öl, Gas oder elektrisch beheizt werden kann. Ebenfalls ist die Beheizung mit direktem und indirektem Dampf möglich.

Um die Maische gleichmäßiger zu erwärmen ist optional ein Rührwerk erhältlich, dessen Einsatz sich positiv auf die Destillatqualität auswirkt. Dickflüssige Maischen werden gleichmäßiger erwärmt, wodurch die Maischetemperatur gesenkt wird. Es ist also eine Destillation bei etwas niedrigeren Temperaturen möglich. Das Rührwerk ist als Langsamläufer mit Getriebemotor ausgelegt. In Kombination mit dem großen 3-blättrigen Rührflügel ist schonendes, intensives Umwälzen gewährleistet.

Ebenfalls optional erhältlich ist eine CIP-Reinigung der Anlage. Hierbei wird das während der Destillation anfallende Heißwasser in einem Edelstahlbehälter gesammelt. Nach dem Brennvorgang wird über eine Hochdruckpumpe dieses Wasser über Sprühköpfe in alle Teile der Anlage gesprüht. Das heiße Wasser entfernt Fettablagerungen und Schmutz. Eine Kreislaufspülung mit Reinigungsmitteln ist ebenfalls möglich.

Um dies alles zu beobachten und auch die Destillation besser sehen zu können, ist es möglich die Anlage zu beleuchten. Brennblase, Helm und jeder Boden ist beleuchtbar, was besonders bei Schaubrennereien eine gefragte Zusatzoption darstellt.

2) Der Carl-Destillierboden

Die Firma CARL beschäftigt sich ständig mit Verbesserung und Optimierung der Destillationsanlagen. Hierbei ist z.B. ein besonders effektiver Destillierboden entstanden. Durch eine perforierte Grundplatte tritt der Dampf mit auf dem Boden kondensierter Flüssigkeit in Kontakt. Es kommt zu einer feinen Zerstäubungswirkung und einem intensiven Energieaustausch. Um den Effekt nicht zu stürmisch ablaufen zu lassen, ist über den Löchern eine satteldachartig abgekantete Leiste montiert. Aromaschonend und effektiv – ideal für alle Produktarten. Die Böden sind mit einem Totalablauf ausgestattet und können somit auch zu- bzw. abgeschaltet werden.

3) Bauarten: mit Helm, mit aufgesetzter Kolonne, mit nebenstehender Kolonne

Die Bauart ist nicht nur eine Frage des Preises. Wie bereits unter 1) erwähnt, ist eine Anlage mit Helm nur zum zwei- oder mehrmaligen Brennen geeignet, da in einem Arbeitsgang kein qualitativ hochwertiges Produkt hergestellt werden kann. Nach diesem Prinzip laufen z.B. alle klassischen Whiskydestillerien und Cognacbrennereien mit entsprechender Tradition und Firmenphilosophie. Diese Art der Destillation war früher weit verbreitet. Seit Genehmigung der Verstärkerkolonne auch für kleinere Brennereien haben viele Betriebe auf diese Technologie gewechselt. Vorteil ist hierbei, dass in einem Arbeitsgang ein hochwertiges Destillat produziert wird und dass auch kleinere Maischemengen destilliert werden können. Die Verstärkerkolonne kann aufgesetzt oder nebenstehend sein. Dies hat weniger mit der Produktqualität als mit der Raumhöhe und der Optik zu tun. Im Bereich der Abfindungsbrennerei sind Kolonnen mit drei Destillierböden und einem Dephlegmator erlaubt. Ansonsten bietet es sich an auch etwas mehr Böden einzubauen, um flexibler auf unterschiedlichste Anforderungen reagieren zu können. So benötigt man z.B. zur Gin- oder Wacholderproduktion mindesten sechs bis acht Böden. Auch für Obstbrände ist bei größeren Brennblasen eine höhere Bodenanzahl empfehlenswert.

Schaubrennereien werden gerne mit nebenstehender Kolonne gebaut, da vor allem unsere vielen verschiedenen und attraktiven Helmformen ein optischer Hingucker für Besucher sind. In Verbindung mit einer Beleuchtung der Anlage sicher eine gelungene Form der Firmenpräsentation.

4) Batch/Kontinuierlich

In der Regel werden klassische Destillationsanlagen im Batchbetrieb gefahren. Hierzu sind Brennblasen bis etwa 2500 l eine sinnvolle Lösung. Wir bauen Anlagen bis etwa 6000 l Füllinhalt, wobei man immer die langen Aufheiz- und Destillationszeiten im Auge behalten muss – gerade für Obstbrände ein wichtiges Entscheidungskriterium.

Kontinuierliche Anlagen mit Maischevorwärmung und ständiger Maischezufuhr bzw. Destillatentnahme bauen wir ab 600 l Maische pro Stunde. Solche Anlagen werden hauptsächlich im Bereich der Getreide-, Wein- oder Melassebrennerei eingesetzt. Man erhält Alkoholgehalte bis etwa 91 % vol. Der erzeugte Rohalkohol wird dann entweder in einer Rektifizieranlage oder einer kleineren Batch-Anlage vollends aufgearbeitet und gereinigt.

5) Was kann mit den Anlagen produziert werden?

Auf jeden Fall können alle Arten von Trinkalkohol hergestellt werden. Unsere Anlagen sind weltweit im Einsatz und produzieren Whisky, Wodka, Pisco, Gin, Obstbrände und vieles mehr. Auch ätherische Öle und Aromaextrakte sind möglich.

6) Raumplanung

Die Raumplanung ist der wichtigste Schritt bei der Neueinrichtung einer Brennerei. Funktionierende Produktionsabläufe stellen die erfolgreiche Basis eines Betriebes dar. Hier ist es besser, im Vorfeld etwas mehr Zeit zu investieren um spätere Nachbesserungen weitestgehend zu vermeiden.

Wir beraten Sie gerne, erstellen Zeichnungen und planen Brennerei, Maischebereitung und Zubehör in der für Sie passenden Dimension.

7) Brennrecht

Um ein Brenngerät mit einem Volumen von mehr als 0,5 Liter Blasenvolumen zu betreiben, ist der Erwerb eines Brennrechtes absolute Pflicht. Alles andere ist Schwarzbrennerei!

Wir helfen Ihnen gerne beim Erwerb oder der Beantragung eines Abfindungs-Brennrechtes. Hier ist es in manchen Regionen möglich, ohne großen Aufwand ein 50l Brennrecht zu erhalten. Ansonsten benötigen Sie ein 300l Brennrecht, ausgelegt auf die Rohstoffe, die Sie brennen wollen. Bitte beachten Sie, dass solche Brennrechte und das Abfindungsbrennen nur in Baden- Württemberg, Bayern, Hessen, Rehinland-Pfalz und dem Saarland zu erhalten sind.